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Archiv ab 2010

Badische Zeitung vom 07.12.2011

"Wir sind mächtig stolz, so einen Chor zu haben"

Im Gottesdienst am Sonntagvormittag ist das 60-jährige Bestehen des Kippenheimer Posaunenchors gefeiert worden.

KIPPENHEIM (ib). Wie oft der Posaunenchor das Weihnachtslied "Macht hoch die Tür" gespielt hat, konnte Theo Frey nicht sagen. Dafür bescheinigte der Pfarrer im Ruhestand dem Chor, "dass er dem treu geblieben ist, wie es im Juli 1951 in der Kirche geheißen hat: Der Posaunenchor hat sein Wirken ganz in den Dienst des Herrn und der Erbauung seiner Gemeinde gestellt." Frey sprach seinen Dank am Sonntagvormittag im Gottesdienst in der evangelischen Kirche aus, mit dem das 60-jährige Bestehen des Chors gefeiert wurde. "Ihr erfüllt uns mit Freude."

Getreu dem Motto "Soli Deo Gloria" (nur allein dem Herrn zur Ehre) spielen die 25 Mitglieder nicht nur in der evangelischen Kirche bei Gottesdiensten und religiösen Festen, zu hören sind sie auch bei Veranstaltungen von Vereinen, des evangelischen Kindergartens und in der katholischen Kirche. Erst kürzlich spielten sie wieder zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts.

Auf individuelle Ehrungen habe man im Jubiläumsgottesdienst ganz bewusst verzichtet, sagte Andreas Beinroth. Statt dessen stellte er mit Eva Preschle, Helena Stulz und Emil Obert drei Jugendliche vor, die erst kürzlich ihre Ausbildung abgeschlossen hatten. Die Ausbildung der Jungbläser wird seit etwa fünf Jahren nicht mehr von älteren Musikern übernommen, sie findet nun bei professionellen Ausbildern wie zum Beispiel dem ausgebildeten Posaunisten Michael Fünfgeld auf Bezirksebene statt.

"Wir sind mächtig froh und stolz darauf, diesen Chor zu haben", stellte nicht nur der Kirchengemeindevorsitzende Hans Schillinger fest. Auch Bürgermeister Matthias Gutbrod fand, dass der Posaunenchor den Gottesdienst bereichere. "Glücklich sein kann man, solch einen Chor zu haben", sagte Landesposaunenwart Heiko Petersen von der Landesarbeit der evangelischen Posaunenarbeit auf Bezirksebene. Petersen lobte die gute Mischung des Chors von jung und alt und bemerkte mit einem Blick auf die "kräftigen Männer, dass die auch etwas anpacken, wenn es etwas zu richten gibt".

Petersen hatte am Sonntag auch den Dirigentenstab übernommen, der eigentliche Dirigent Werner Siefert saß in den Reihen der Musiker, die auch von Reiner Knoll an der Orgel unterstützt wurden. Siefert, der den Posaunenchor seit 23 Jahren als Dirigent leitet, betonte die sehr gute Zusammenarbeit der Kippenheimer Bläser auch auf Bezirks- und Landesebene. Dort kümmere man sich nicht nur um die Ausbildung der Jugend, auch Erwachsene bildeten sich regelmäßig fort. Zum Jubiläum haben sich die Mitglieder des Posaunenchors nicht nur ein Geburtstagsständchen und Gäste gegönnt, sie haben auch tief in die Kasse gegriffen und einen vierstelligen Betrag für eine Tuba ausgegeben. Das große Instrument spielt nun Andreas Stulz, "der rein physisch den schwersten Part hat", schmunzelte Werner Siefert.

Er hatte vorher auch an die bescheidenen Anfänge des Posaunenchors erinnert, den Pfarrer Henschke und Fondrechner Ewald Busse initiiert hatten. Instrumente konnten nur nach und nach dank der Spenden und Kollekten gekauft werden, Mitglieder trugen in Raten ihr Scherflein dazu bei. Ein knappes Jahr lang sollte es dauern, bis aus einem gemeinsamen Musizieren und Üben von Busse und Henschke der erste Auftritt von acht Bläsern als Posaunenchor am 29. Juli 1951 wurde. Jede Stimme war mit zwei Instrumenten besetzt. 1955 zählte der Chor bereits 13 Bläser und drei Jungbläser.

Nach wie vor ist nicht nur die Musik im gemeinsamen Chorleben wichtig. So gehören zum geselligen Leben der Posaunenchorfamilie, wie es Chorleiter Werner Siefert formulierte, auch eigene Gemeindeabende mit Sketchen, Theater und Musik, die jährliche Freizeit, seit 1952 das Osterchoralblasen mit Frühstück und seit 1969 regelmäßige Besuche bei den Freunden in Tränheim.

 

Badische Zeitung vom 23.11.2011
Eine Reise um die Welt
Gemeindefest in Kippenheim.

KIPPENHEIM (ib). Viel Besuch bekam der Kirchengemeinderat, der am Samstag und Sonntag zum Fest der evangelischen Friedensgemeinde eingeladen hatte. Anziehungspunkte waren vor allem die Darbietungen an beiden Tagen.

"Weltreise" lautete das Motto des Programms am Samstagabend. Den Auftakt machten die Mitglieder des Posaunenchors und ihr Dirigent Werner Siefert mit deutschen Volksliedern. Rita Siefert, die die Jungschar leitet, hatte mit ihren Mädchen und Jungen musikalische Darbietungen und ein Länderquiz vorbereitet. Die Kinder bekamen viel Beifall für ihr Lied von den Eskimos und vom "Fest bei den Fröschen". Applaus erhielten sie auch für ihr lustiges Handpuppentheater mit Fröschen, die klassische Musik spielen. Dirigent Hans Zimmermann hatte mit dem Kirchenchor eine musikalische Weltreise vorbereitet, unter anderem sangen sie ein Lied aus Israel und einen afrikanischen Gospel. Nach der Pause ging es mit einem Tanz der Eltern und dem Länderquiz weiter: Die Fragen waren an einem Schirm befestigt. Manfred und Regina Burger führten einen Sketch auf, in dem es um eine Kundin ging, die nach drei Jahren beim Schuhmacher nach ihren Schuhen fragt. Klar, dass sie die Lacher auf ihrer Seite hatten. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Singen aller Besucher, sie wurden von den Posaunenbläsern begleitet.

Eltern von Kindergartenzöglingen hatten außerdem in liebevoller Arbeit kunstvolle Adventsgestecke und -kränze gefertigt, die neben Weihnachtskarten zum Kauf angeboten wurden. Anklang fand auch die Tombola nebst Sonderverlosung am Sonntag. Auch da ging das Programm weiter, die Zöglinge unterhielten die Besucher zu Kaffee und Kuchen mit heiteren Liedern. Für die Kinder gab es ein Unterhaltungsprogramm in den Räumen des Kindergartens.

 

Badische Zeitung vom 13.10.2011
Die Komponisten haben Posaunenchorerfahrung
Auswahlensemble südbadischer Posaunenchören in Kippenheim.

KIPPENHEIM. Ein Geburtstagsständchen in Form eines festlichen Konzertes: Das füllte am Sonntagabend die evangelische Kirche in Kippenheim komplett mit erwartungsfrohen Konzertbesuchern. 60 Jahre Posaunenchor Kippenheim waren der Anlass. Und ein Auswahlensemble aus Posaunenchören zwischen Weil am Rhein und Villingen unter der Leitung von Heiko Petersen hatte ein anspruchsvolles Programm mit viel Schwung mitgebracht.

"Singet dem Herrn", eine Bearbeitung von Mendelssohns 98. Psalm hatte Heiko Petersen, der in Offenburg lebende Landesposaunenwart, bearbeitet und in Kippenheim erstmals aufgeführt. "Unser Geburtstagsgeschenk. Es ist für dieses Konzert entstanden." Howard Blakes "Sinfonietta", die für das kanadische Spitzenensemble von Philipp Jones geschrieben wurde, zeigte, dass die breite Aufstellung (allein sieben Posaunen) auch ohne Hörner einen leichten, durchsichtigen Ton ermöglichte. Mit Dämpfern und wechselnden, guten Solisten entstanden Brillanz und ein interessanter, sehr dynamischer Klang. Rhythmisch endend in einer modernen Passacaglia.

Dem Agnus Dei, "Christe, du Lamm Gottes" waren Bearbeitungen von Samuel Barber und Dieter Wendel gewidmet. Hier trafen Kirchentonarten auf Blue-Notes und Jazz-Harmonien. Choräle wie "Nun danket alle Gott" und "Verleih uns Frieden gnädiglich" waren der Soundtrack auf dem jüngere Komponisten wie Wendel, Michael Schütz oder der Weimarer Professor für Posaune, Christian Sprenger (geboren 1968) eine fast für Posaunenchöre spezifische Gattung schufen. Mitreißend wie manch populäre Filmmusik. Im Kern aber gesungene Glaubensgeschichte. Man spürt, dass die Komponisten einmal ein Pult in einem Posaunenchor besetzt haben oder es noch tun. Das Publikum sang mit den Bläsern begeistert einen neuen Liedsatz von Michael Schütz (geboren 1963), der den Titel trägt "Mögen sich die Wege vor Deinen Füßen ebnen".

Nach Gerhard Luchterhands Gospel-Adaption über "Down By The Riverside" war das Publikum dann nicht mehr zu halten. Unter rhythmischem Applaus reihte das Südbadische Bläserensemble "La Joie"des Elsässers Lionel Haas als Zugabe an.

Als letztes Stück wählte Heiko Petersen etwas, das jeder Posaunenchorbläser kennt und liebt. Auch wenn er nicht in der südbadischen Auswahl vertreten ist. Einen Bachchoral über "Eine feste Burg ist unser Gott". Mit einer Fanfare über das Thema hatte der Abend begonnen. So wurde er zuletzt herrlich rund.

Badische Zeitung vom 18.3.2011
Immer die Schokolade dabei
Pfarrerin Adela Strobel wird von der Gemeinde mit viel Lob und Dank verabschiedet.
KIPPENHEIM/LAHR-KIPPENHEIMWEILER. Zum Schluss griff Pfarrerin Adela Strobel noch einmal zur Schokolade. Nicht um ihre Nerven zu beruhigen, sondern um ihre Rührung zu überwinden. Sie war sichtlich ergriffen nach dem festlichen Gottesdienst zu ihrem Abschied am vergangenen Sonntag in der evangelischen Friedenskirche.

Vor zwanzig Monaten trat Adela Strobel ihr Amt als Pfarrvikarin an, künftig wird sie als Pfarrerin in Freiburg tätig sein. In den Monaten ihres Wirkens war die Schokolade neben ihrem
tiefen christlichen Glauben stetiger Begleiter. Und Nervennahrung für die vielen Aufgaben in den beiden Pfarreien Kippenheim und Kippenheimweiler. "Denn organisatorisch und emotional war die Arbeit so manches Mal keine leichte Sache", sagte sie. Mit den Worten aus dem 103. Psalm, "Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat", dankte sie ihrer Gemeinde, die sie liebgewonnen habe. Symbolisch verbunden bleibe sie mit einer Schnur, in die sie vier Knoten knüpfte. Einen zum Dank an die Kirchengemeinde für deren Unterstützung, den zweiten dafür, dass die Mitglieder der Kirchengemeinde Neuerungen nicht abgelehnt hätten, den dritten für das vielfältige Engagement der Gemeindemitglieder und den vierten zum Dank dafür, dass es die Menschen gewagt hätten sich ihr zu öffnen, wie sie sagte.
Ihre Art im Umgang mit den Menschen sei geprägt von Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Fröhlichkeit, im Dekanat sei sie mit ihrem Interesse und Engagement eine Bereicherung gewesen, lobte Dekan Rainer Becker. Für ihre neue Wirkungsstätte gab er ihr eine Kirchenbackform mit, damit sie dort am Rezept Kirchenbau viele Menschen fände, die ihren Glauben, Liebe und Hoffnung mit einbrächten.

Für die politische Gemeinde sprach Bürgermeisterstellvertreter Otto Hebding von einem harmonischen Miteinander, in dem Adela Strobel viel bewegt habe. Was das alles war, daran erinnerte der Kirchengemeinderatvorsitzende Hans Schillinger. Er nannte zwei Konfirmationsfeiern, bei denen Strobel einen großen Eindruck hinterlassen habe, die Einführung des Kinderabendmahls und des Tischabendmahls. Für ihre Predigten hatte er ein kurzes Wort – nämlich "wow". Strobel hätte sich zu einer tollen Pfarrerin entwickelt, "die wir gerne behalten hätten".

Der große Applaus, den die Kirchenbesucher der Pfarrerin entgegen brachten, ging Strobel sehr nahe. Daher der Griff zur Schokolade. Wobei sie für jeden Kirchenbesucher ein "Merci" mitgebracht hatte, verbunden mit dem Wunsch, dass diese beim Verzehren Bitteres vergessen und Süßes in Erinnerung halten mögen. Nach der offiziellen Entbindung vom Dienst war beim anschließenden Kirchenkaffee genug Gelegenheit, sich von Adela Strobel persönlich zu verabschieden.  

Badische Zeitung vom 18.3.2011
Der längste Atem der Welt

Am vergangenen Sonntag wurde die generalüberholte Orgel in Kippenheim eingeweiht. Die Innenrenovierung der evangelischen Friedenskirche ist schon abgeschlossen, nun hat die Kirchengemeinde am vergangenen Sonntag die Wiederinbetriebnahme der neu renovierten Orgel gefeiert. Vor der Renovierung des Innenraumes wurde die Königin der Instrumente abgebaut, sie war nach ihrem erstmaligen Einbau im Jahr 1968 in die Jahre gekommen. Nach einer Generalüberholung mit Reinigung, dem Austausch von Kleinmotoren und neuem Anstrich kann sie nach dem Wiedereinbau ihr volles Klangvolumen entfalten. Die Generalüberholung war dringend notwendig, sagte Kirchengemeinderatvorsitzender Hans Schillinger. Schon 1989 wurden bei einer Orgelüberprüfung Mängel und starker Verschmutzung festgestellt. Das im Zuge der Innenrenovierung zu beheben, das hat die Kirchengemeinde nun umgesetzt, gekostet hat die Maßnahme etwa 40 000 Euro, wovon die Kosten je zur Hälfte von der Landeskirche und der Kirchengemeinde übernommen wurden. Im Gottesdienst erlebten die zahlreichen Kirchenbesucher den unvergleichlichen Klang des Instrumentes "mit dem längsten Atem der Welt", wie Pfarrvikarin Adela Strobel sagte. Die Orgel inspiriere Musiker immer wieder zu Glanzleistungen, wie sie anfügte, und Musik in den unterschiedlichen Stilrichtungen ankündigte. Die Organisten Ilse Lipphardt, Reinhard Häberle, Reiner Knoll und Mathias Weis nahmen zusammen mit dem Posaunenchor die Zuhörer mit auf eine Reise durch die wunderbaren Klänge der Musik, auf der die Gläubigen textlich im Gesang ihren christlichen Glauben bekannten. Auch die Orgelmusik war gekennzeichnet von der Verehrung Gottes. Zu hören waren unter anderem "Komm, Gott, Schöpfer, Heiliger Geist" von Johann Sebastian Bach, das Präludium, Fuge und Ciacona in D Dur von D. Buxtehude, die Sonate Andante tranquillo in A-Dur von Mendelssohn-Bartholdy, der Doppelchor für Orgel und Bläser von Pachelbel sowie das moderne Highland Cathedral von U. Roever. Andrea Bär

Badische Zeitung 06.12.2010
Ein Ort der Begegnung von Gott und den Menschen
Mit einem festlichen Gottesdienst feierte die evangelische
Kirchengemeinde den Abschluss der Renovierungsarbeiten
.

KIPPENHEIM (ab). Mit einem festlichen Gottesdienst feierte die evangelische Friedensgemeinde den Abschluss der Renovierungsarbeiten in ihrem Gotteshaus. Das Warten habe sich gelohnt, die Kirche grüße in neuem Glanz ihre Besucher. Sie sei freundlicher, moderner und zukunftsfähig, vor allem strahle sie Wärme aus, sagte Pfarrvikarin Adela Strobel, die zusammen mit Prälat die Feier zelebrierte. Eindrucksvoll wurde sie vom Posaunenchor, dem Kirchenchor und einem Musikensemble musikalisch mit gestaltet.
Mit den Renovierungsarbeiten im Innern wurde im Frühjahr begonnen, damit ging ein lang gehegter Wunsch der Kirchengemeinde in Erfüllung Die Kirche kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken, erstmals erwähnt wurde sie im Jahre 1007. Lange Zeit diente das Ortsbild prägende Gebäude den Protestanten und den Katholiken gleichermaßen als Gotteshaus, bis das Simultaneum 1962 aufgelöst wurde. Seitdem ist es die erste Renovierung.
Die Renovierung sei gelungen, meinte Prälat Hans Pfisterer in seiner Festpredigt. Entstanden sei ein Gotteshaus als Ort der Begegnung von Gott, Jesus Christus und Menschen. Um Gott erfahren zu können, habe er Orte bestimmt, an denen Gläubige ihn anbeten und verehren sowie gleichzeitig sich versammeln können um zu feiern. Wichtig sei, sich im besonderen Haus von Gottes Botschaft berühren zu lassen und etwas davon mit in den Alltag zu nehmen. Die Kirchengemeinde forderte er auf, dem Gotteshaus genauso die Treue zu halten, wie es Gott getan habe.
Das Ergebnis entspreche genau dem Wunsch, den er als erstes verspürt habe, als er das Gebäude betreten habe, sagte Architekt Henning Baurmann aus Karlsruhe. Er wollte einen modernen Ort schaffen, an dem die Christen Gott anbeten können und von dem Gottes Botschaft in die Welt hinaus und in die Häuser hinein getragen werde. Ähnlich dem Schongauer Bild an der Wand, auf dem die Heiligen Dreikönige das neugeborene Jesuskind anbeten.
Dekan Rainer Becker bezeichnete die Kirche als Ort, wo Gottes Ehre wohnt und die Christen zu Hause seien. Der Ort sei fast eine Liebeserklärung an Gott, in der Kirche sollten weiterhin Menschen zusammenkommen und sich diese Liebeserklärung zu eigen machen. Oberkirchenrat Stefan Werner erinnerte an die Finanzierung der Renovierung. Der Kostenrahmen von 470 000 Euro wurde eingehalten, je 40 Prozent bringen die Landeskirche und ein Darlehen, die restlichen 20 Prozent decken Spenden ab.
Der Dank von Bürgermeister Matthias Gutbrod galt vor allem den Kirchenältesten, allen voran Hans Schillinger und Günter Friese, die mit ihrem Engagement die Renovierung vorangetrieben haben. Er überreichte einen Fliederbaum, der zu den Farben der Kirche passt. Erfreut zeigte sich der katholische Dekan Gerhard Vetterle. "Sie können stolz auf ihre Kirche sein, in der sich die Menschen versammeln, um Gott und sich selbst zu begegnen. Auch Pfarrer Bernd Walter sprach von einem gelungenen Projekt, dessen Früchte man nun genießen solle. Einen besonderen Gruß überbrachte ein Vertreter der Schwestergemeinde aus dem elsässischen Traenheim. Das Gotteshaus sei jetzt den heutigen Bedürfnissen angepasst, es sei eine sichtbare Freude auch für grenzüberschreitend dafür dass "die Tore weit aufgemacht und die Tore hoch gemacht werden, dass der König der Ehre einziehe", wie er aus dem Psalm zitierte. Nach den Ansprachen lud Kirchenältester Günter Friese die Kirchenbesucher zu einem Stehempfang ein, hinterher gab es im Gemeindesaal ein Mittagessen.

Badische Zeitung 04.12.2010
Gotteshaus für die Zukunft
Am Sonntag wird die renovierte Friedenskirche in Kippenheim mit
einem Gottesdienst eingeweiht.

KIPPENHEIM. Handwerker erledigen letzte Arbeiten, Frauen sind dabei, zu putzen. Geschäftiges Treiben, manchmal auch ein bisschen Hektik herrscht an dem Ort, an den die Menschen eigentlich eher kommen, um einmal abzuschalten von der Hektik des Alltags, wo sie singen, beten oder der Predigt lauschen. Das wird am Sonntagvormittag wieder der Fall sein, wenn die evangelische Friedensgemeinde mit einem festlichen Gottesdienst den Abschluss der Renovierungsarbeiten feiert.
Im Frühjahr haben die Renovierungsarbeiten im Innern der Friedenskirche begonnen, die erste seit der Aufhebung des Simultaneums Anfang der 1960er Jahre, als die Kippenheimer Katholiken ihre eigene Kirche bekamen. Bis dahin hatten Protestanten und Katholiken die Friedenskirche gemeinsam genutzt.
Die Innenrenovierung war schon lange der Wunsch der Friedensgemeinde. Vor drei, vier Jahren machten sich die damalige Pfarrerin Ute Braun, der Kirchengemeinderat und Gemeindemitglieder daran, sich intensiv mit dem Projekt zu befassen. Die Beschallung und die Beleuchtung waren nicht mehr zeitgemäß, der Innenanstrich ziemlich angegraut. Doch nicht nur das zu ändern stand auf der Wunschliste der Gemeindemitglieder. Sie wollten ihr Gotteshaus zukunftsfähig machen, wie die Kirchenälteste Almut Weis im Gespräch mit der Badischen Zeitung betonte. Die Gretchenfrage war die Finanzierung. In zahlreichen Gesprächen ist ein Konzept für die Renovierung und auch ein Finanzierungsplan entstanden. Mit 470 000 Euro sind die Kosten schließlich veranschlagt worden, die Kirchengemeinde muss 60 Prozent davon stemmen.
Im Frühjahr ist mit den Arbeiten begonnen worden. Der Putz an den Wänden musste von unten her ein Stück weit abgeschlagen und erneuert werden, neue Leitungen wurden verlegt. Die Wände haben keinen Anstrich mehr erhalten, sondern einen Putz. Auch der Boden musste erneuert werden.
Wer nun die Friedenskirche betritt, dem fallen neben den nun hellen Wänden und der neuen Beleuchtung die Veränderungen unter der Empore auf. Dort sind eine Behindertentoilette, ein Lagerraum für Stühle, eine kleine Teeküche und ein Raum für besondere Anlässe wie Kirchkaffee oder Empfänge entstanden, der Windfang wurde weiter ins Kircheninnere verlegt. Künftig kann auch der Chorraum bei Anlässen genutzt werden, für die das Kirchenschiff zu groß ist, Trauungen beispielsweise, Taufen oder Andachten.
Renoviert wird derzeit auch die Orgel. Die Arbeiten werden bis Sonntag allerdings noch nicht abgeschlossen sein. An Weihnachten jedoch wird das Instrument wieder erklingen, sagt Almut Weis. Auf der Wunschliste der Gemeinde stehen auch ein neuer Altar und ein Ambo. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen.
Jetzt freuen sich die Gemeindemitglieder, dass die Renovierung abgeschlossen ist. Denn die Vorbereitungen und die Realisierung des Projekts haben die Kirchengemeinderäte mit dem Vorsitzenden Hans Schillinger doch stark gefordert. Durch die Vakanz nach dem Weggang von Pfarrerin Ute Braun sind zusätzliche Aufgaben an den Kirchenältesten hängen geblieben. Dankbar sind sie dem Bauausschuss, der den Ältesten viel geholfen hat, Pfarrer Bernd Walter aus Mahlberg, der während der Vakanz das Pfarramt leitet und mit seiner Bauerfahrung eine wertvolle Hilfe war. Dankbar sind die Kippenheimer Protestanten für die Unterstützung von vielen Seiten, auch von der katholischen Pfarrgemeinde St. Mauritius. Sie hat ihr Gotteshaus für Anlässe zur Verfügung gestellt, wenn der Gemeindesaal, im dem die Gottesdienste während der Renovierung abgehalten wurden, zu klein war.
Mit Erleichterung haben die Kirchenältesten auch registriert, dass der Kostenrahmen von 470 000 Euro eingehalten werden konnte. Und sie freuen sich, dass dank der Spendenfreudigkeit, nicht nur der Gemeindemitglieder, der Finanzierungsplan – 40 Prozent Landeskirche, 40 Prozent Darlehen und 20 Prozent Spenden – eingehalten werden konnte.
Am Sonntag nun werden Gemeindemitglieder mit einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr, der von Prälat Hans Pfisterer und Pfarrvikarin Adele Strobel gehalten wird, dankbar den Abschluss der gelungenen Renovierung ihre Gotteshause feiern. Der Kirchenchor und der Posaunenchor werden den Gottesdienst musikalisch mitgestalten. Nach Ansprachen zu diesem Anlass treffen sich die Ehrengäste und die angemeldeten Gemeindemitglieder zum gemeinsamen Mittagessen im Gemeindesaal.

 

Badische Zeitung 29.05.2010
Handwerker in der Friedenskirche
Bis Weihnachten soll die Innenrenovierung abgeschlossen sein.

KIPPENHEIM. Dort, wo sonst die Gläubigen sitzen und singen, beten oder der Predigt lauschen, steht ein Gerüst bis unter die Decke. Die evangelische Friedenskirche wird renoviert. Möglichst zum ersten Advent, spätestens bis Weihnachten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Die Innenrenovierung des Gotteshaus seht schon lange auf dem Wunschzettel der evangelischen Friedensgemeinde in Kippenheim. Zuletzt sei innen etwas gemacht worden Anfang der 1960er Jahre, als die katholische Pfarrgemeinde St. Mauritius ihr eigenes Gotteshaus in der Bahnhofstraße bekommen hat und das Simultaneum aufgehoben worden ist, erzählt Kirchengemeinderat Hans Schillinger. Bis dahin hatten Katholiken und Protestanten in Kippenheim das Gotteshaus gemeinsam genutzt.
Unter dem früheren Pfarrer Theo Frey ist die Friedenskirche außen renoviert worden. Seit drei, vier Jahren ist die Innenrenovierung im Gespräch. Pfarrerin Ute Braun, Kirchengemeinderat und Gemeindemitglieder haben sich in der Folge intensiv mit dem Thema Innenrenovierung und selbstverständlich auch mit der Finanzierung befasst. Denn die Arbeiten sind mit 470 000 Euro veranschlagt, von denen die Kirchengemeinde 60 Prozent tragen muss. Die Beschallung und Beleuchtung sind nicht mehr zeitgemäß, der Innenanstrich ist inzwischen ziemlich angegraut. "Weiß ist anders", sagt Hans Schillinger im Gespräch mit der Badischen Zeitung im kahlen Kirchenraum.Die Kirchenbänke haben Gemeindemitglieder herausgenommen. Der Boden ist abgedeckt, der Altar wird von einer Abdeckung geschützt. Der Putz an den Wänden ist vom Boden her ein Stück weit abgeschlagen. "Salpeter", sagt Schillinger kurz. Von unter her werden die Wände deswegen ein Stück weit nach oben neu verputzt. Ob der Putz komplett abgeschlagen werden muss, wird sich noch zeigen.
Das ist, wie Schillinger erläutert, dann nicht auf den Salpeter zurückzuführen. "Die Wände werden nicht mehr gestrichen, es wird ein Putz aufgetragen. Im Augenblick prüfen den Handwerker, ob der neue Putz auf dem alten als Untergrund auf Dauer hält." Wenn nicht, wird der alte Putz komplett abgeschlagen. Die Finanzierung würde das nicht ins Wanken bringen. "Dafür ist Luft vorhanden", sagt Schillinger. Der neue Putz, neue Leitungen, Licht und Beschallung sind aber nicht die einzigen Dinge, die in dem Gotteshaus in den nächsten Monaten angepackt werden.
Im Chorraum wird ein Altar aufgestellt. Es soll hier ein Raum für Anlässe geschaffen werden, für für die das Kirchenschiff zu groß ist, beispielsweise Andachten, Taufen oder Hochzeiten. "Im Chorraum sind bisher an Weihnachten und an der Konfirmation Stühle für die Kirchenbesucher aufgestellt worden, ansonsten war dieser raum das Jahr über weitgehend ungenutzt", sagt Schillinger.
Veränderungen wird es auch unter der Empore geben. Auf der einen Seite wird eine Toilette mit einem barrierefreien Zugang eingebaut. Auf der anderen Seite wird eine Stuhlbox gebaut. Eine kleine Küche ist ebenfalls vorgesehen, um unter der Empore einen Bereich für besondere Anlässe zu schaffen, in dem beispielsweise ein Kirchkaffee oder ein kleiner Empfang möglich ist. Der Windfang des hinteren Eingangs ins Kirchenschiff wird zwischen den Pfeilern angebracht.
Wenn diese Arbeiten alle abgeschlossen sind, das Gerüst verschwunden und der Boden wieder zu sehen ist, dann wird sich zeigen, ob der Parkettboden bleiben kann, oder ob er auch noch ausgetauscht werden muss. Dann werden als letzte Arbeiten die Bänke wieder im Kirchenschiff aufgestellt. Bis dahin werden sie aufgearbeitet und neu gestrichen. Etwas dunkler als bisher als Kontrast zu den dann wieder weißen Wänden und der Decke.
An den Kosten von 470 000 Euro für die Renovierung beteiligt sich die Landeskirche mit 40 Prozent. Weitere 40 Prozent bringt die Friedensgemeinde aus Rücklagen, die für die Renovierung gebildet worden sind, und aus Spenden auf. 20 Prozent werden über ein Darlehen finanziert. Spätestens zu Weihnachten will Pfarrvikarin Adela Strobel den Gottesdienst wieder in der Kirche halten. Hans Schllinger hofft, dass die Arbeiten bis zu Beginn der Adventszeit abgeschlossen sind. Dann könnte das vorweihnachtliche Konzert in der Kirche stattfinden. "Der Kirchenchor probt bereits dafür", sagt der Kirchengemeinderat.