Irene Preschle folgt auf Ernst Weis BZ 25.07.2011
Die bisherige Schriftführerin ist neue Vorsitzende des evangelischen Kirchenchors Kippenheim.
KIPPENHEIM (ab). Im Mai hat Ernst Weis seinen 76. Geburtstag gefeiert – Anlass für ihn, nach zwölf Jahren den Vorsitz des evangelischen Kirchenchors abzugeben. In der Hauptversammlung wurde Irene Preschle zu seiner Nachfolgerin gewählt.
Preschle hatte sich schon seit vielen Jahren als Schriftführerin mit der Arbeit im Vorstand vertraut gemacht. Sie kann auf die gute Arbeit von Ernst Weis aufbauen, der 1999 das Amt des Obmanns übernahm, weil der Posten vakant war. Seine Entscheidung hat er nie bereut, weil der Chor tatkräftig mitgeholfen habe: "Ich habe mich immer über das gemeinsame Engagement gefreut." Irene Preschle dankte ihrerseits Weis dafür, dass er neue Ideen entwickelte, dem Vorstand viel Arbeit abgenommen und Brücken zur Kirchengemeinde geschlagen habe. Ähnlich hatte sich auch der Kirchengemeinderatsvorsitzende Hans Schillinger geäußert, der außerdem bekannte, "lieber in die Kirche zu gehen, wenn gesungen wird".
Der Kalender der Sänger ist prall gefüllt, wie aus dem Bericht von Irene Preschle vorging. Sie umrahmen kirchliche Feste und Gottesdienste und singen gemeinsam mit dem Ruster Chor in verschiedenen Projekten, was zusätzliche Probenarbeit nach sich zieht. Unter dem Motto "Begegnungen" hatten die Chöre im Mai bereits zu zwei Konzerten eingeladen, im Herbst stehen zwei weitere Auftritte in Lahr und in Kehl auf dem Programm. Außerdem helfen die Mitglieder bei Festen in der Gemeinde, so beim Basar und beim Sommerfest im evangelischen Kindergarten. Und als die evangelische Kirche saniert wurde, veranstalteten sie 2008 ein Benefizkonzert.
Erfreulich war die Bilanz von Rechnerin Gisela Köchel. Das Minus, das sie vor drei Jahren wegen dem Kauf eines E-Pianos für 1350 Euro buchen musste, konnte in den vergangenen zwei Jahren wieder ausgeglichen werden.
Rundum zufrieden mit der Leistung seiner Sängerinnen und Sänger zeigte sich der Dirigent Hans Zimmermann. Singen tue nicht nur der Gesundheit gut und bereite Vergnügen, Singen in der Kirche bedeute auch "ein ganz persönlicher Gottesdienst für den Einzelnen selbst". Dies sei für ihn Motivation "mit Euch zu proben".
Wahlen: Vorsitzende: Irene Preschle (neu für Ernst Weis), zweite Vorsitzende Claudia Burger (neu für Karin Siefert), Schriftführerin: Katharina Riemann (neu für Irene Preschle), Kasse: Gisela Köchel.
Mitglieder: 37 Aktive
Termine: 18. September: Ausflug nach Traenheim, 29. September und 2. Oktober: gemeinsame Konzerte mit dem Ruster Chor in Lahr und Kehl, 16. November: Auftritt Buß- und Bettag, 19. November: Basar im Kindergarten.
Jahrzehnte im Kirchenchor BZ 22.07.2011
Ehrungen in Kirchengemeinde.
KIPPENHEIM (ab). Die evangelische Kirchengemeinde nahm den Gottesdienst am vergangenen Sonntag zum Anlass, 15 Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors zu ehren. Manche von ihnen sind schon seit 75 oder 60 Jahren mit dabei. Die Ehrung war dem Pfarrer im Ruhestand, Theo Frey, der den Gottesdienst zelebrierte, eine große Freude, wie er sagte. Die Sänger hätten zahlreiche Gottesdienste bereichert und sich mit Chorälen in die Herzen der Kirchengemeinde gesungen, sagte Frey in der Predigt. Musik sei die Sprache der Seele, sie könne trösten und entlasten. Die Lieder seien gesungene Gebete, die die Menschen durch den Tag begleiteten und mit denen die Sänger auch den Glauben näherbrächten.
Besonders hob Frey das Engagement der geehrten Sängerinnen und Sänger hervor. Das für 75 Jahre zu ehrende Chormitglied Else Bader, die krankheitshalber nicht anwesend war, habe sechs Dirigenten erlebt. Die für 40 Jahre Treue Geehrten hätten 1600 Chorproben hinter sich, ohne das Einsingen vor den Gottesdiensten hinzuzuzählen.
Von der politischen Gemeinde überbrachte Bürgermeisterstellvertreterin Vera Schlenker zum Ehrentag die Grüße. In Zeiten, in denen jeder nach Gewinnmaximierung strebe, seien die Chormitglieder nicht nach materiellem Gewinn bestrebt. Statt dessen lebten sie ein ehrenamtliches gepflegtes Lebensgefühl und jeder einzelne von ihnen sei wichtig für die Gemeinschaft, so Schlenker. Kirchengemeinderatsvorsitzender Hans Schillinger sprach von einem aktiven, engagierten Chor mit den Geehrten als tragenden Personen: "Wir sind froh, dass wir Sie haben", sagte er zu den Chormitgliedern. Und diese bewiesen mit zwei schwungvollen Liedern, mit denen sie den Gottesdienst mitgestalteten, dass sie auch modernes Liedgut für die Seele singen können.
Ehrungen: 20 Jahre: Ingrid Kurz, 25 Jahre: Heidi Zipf, 45 Jahre: Gisela Köchel, 60 Jahre: Kurt Stulz, Adolf Lutterer, Rita Schmidt, Martha Manz, 75 Jahre: Else Bader
Wenn die Bibel rocktBZ 03.03.2011
von unserem Mitarbeiter Adelbert Mutz
Projektchor und Rockband begegneten sich zur ersten gemeinsamen Probe
RUST/KIPPENHEIM. Seit fast fünf Monaten proben der katholische Kirchenchor Rust und der evangelische Kirchenchor Kippenheim zusammen mit Projektsängerinnen und -sängern für ein außergewöhnliches Konzert mit dem Titel "Begegnungen". Jetzt hat die erste gemeinsame Probe des Gesamtchors zusammen mit der Rockband Soul’s back in town stattgefunden. Dirigent und Initiator des Projekts sind Hans Zimmermann und die evangelische Kirche in Kippenheim. An die 80 Sängerinnen und Sänger waren auf die erste gemeinsame Probe gespannt. Keine leichte Aufgabe für Dirigent Zimmermann, die Chorteilnehmer mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen gemeinsam in die gewünschte Richtung, nämlich biblische Texte mit moderner Rock-Interpretation zu verbinden, zu lenken. Dies ist eine besondere Herausforderung für die in der sakralen Musik beheimateten Sängerinnen und Sänger. Und es dauerte dann auch eine Weile, bis der große Chor und die Band die neue räumliche und musikalische Atmosphäre sich zu eigen gemacht hatten. Doch dann war er da, der neue Musikstil, der pulsierende Rhythmus, der zum geistigen und körperlichen Mitschwingen animierte.
"Es wird noch einiges an Arbeit notwendig sein, bis es überzeugend klingt", sagte Hans Zimmermann. Das Projekt "Begegnungen" mit modernen Texten des Journalisten und Liedermachers Christoph Zehender nach dem Evangelium des Johannes und der Musik von Johannes Nitsch hatte Hans Zimmermann im Jahr 2004 arrangiert. Die Erstaufführung von "Begegnungen" findet am Sonntag, 15. Mai, 19 Uhr, in der evangelischen Kirche in Kippenheim statt, eine Woche später am Sonntag, 22. Mai, 19 Uhr, wird das Werk in der katholischen Kirche in Rust wiederholt. Zwei weitere Aufführungen sind am 25. September in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums in Lahr, und am 2. Oktober in der katholischen Kirche St. Maria in Kehl geplant.
Ein "Halleluja" aus hundert Kehlen
BZ 17.05.2011
Dirigent Hans Zimmermann hat ein besonderes musikalisches Projekt auf die Beine gestellt und sein Wagnis wird belohnt.
KIPPENHEIM/RUST. Ein hundertfaches, gewaltiges "Halleluja" hat am Sonntagabend die vollbesetzte evangelische Friedenskirche in Kippenheim in Schwingung gebracht. 100 Sängerinnen und Sänger, dazu die Rockband Soul’s back in town, haben unter der Leitung von Hans Zimmermann unter dem Titel "Begegnungen" ein ganz besonderes Konzert abgeliefert.
Schon der Anblick des stimmgewaltigen Projektchores mit mehr als 100 Sängerinnen und Sängern im Chorraum der Kirche ließ erkennen, dass der Dirigent Hans Zimmermann mit seinem dritten Projekt mit Chor und Mitgliedern der Rockband Soul’s back in town – Wolfgang Peter (Trompete), Siegfried Ziebold (Saxophon), Volker Glöckle (Posaune), Gerd Hundertmark (E-Gitarre), Clemens Kohler (E-Bass), Dietmar Peter (Piano) und Armin Gießler (Schlagzeug) – wieder etwas Besonderes geschaffen hat. Dem Projekt "Begegnungen" liegen moderne Texte des Journalisten und Liedermachers Christoph Zehender nach dem Evangelium des Johannes zugrunde. Die Musik orientiert sich nicht an herkömmlichen Messvertonungen, sondern an moderner Popularmusik. Der emotional pulsierende, fast fröhliche Rhythmus von Chor und Band ließ in der Kippenheimer Kirche keinen Zweifel aufkommen, dass es dem Komponisten Johannes Nitsch darum ging, die wichtigen Episoden des Johannesevangliums mit 13 Fenstern mit den musikalischen Mitteln des Rock und Pop darzustellen. Das Arrangement dazu hatte Hans Zimmermann selbst geschrieben.Das zentrale Anliegen des Evangeliums, Jesus als den Christus, den Messias und schließlich als den zu zeigen, in dem Gott präsent und abgebildet ist, wurde nicht nur durch den Chor und die Band vermittelt. Es waren insbesondere die Einführungs- und Begleittexte des Theologen Simeon Reininger, der das Leben, Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu in den theologischen Kontext stellte und verständlich machte. Die Texte wurden von dessen Schwester Christa Mutz gelesen. Durch diese Wechselwirkung der inneren Ruhe bei den Lesungen und den zum Teil sehr emotional vorgetragenen "Fenstern", blieb der Spannungsbogen erhalten.
Die unterschiedlichen musikalischen Kompositionen der 13 Fenster bargen auch Überraschungen. Dies wurde zum Beispiel beim neunten Fenster "Gott kommt uns nah" deutlich. Wie eine Einladung zu einem fröhlichen Tanz wird die Erwartung auf den Herrn "Lobt den, der da zu uns kommt", besungen. Einzig allein das elfte Fenster – "Gottes Lamm" – trug im Vortrag Depression und Traurigkeit. Das Fenster erschloss dem Hörer das Todesverständnis Jesu als Hingabe. Einerseits die weinenden Frauen, die Jesus auf seinem letzten Weg begleiten, und andererseits die schreiende Menge, die nach einem Opfer verlangt. "Nunmehr ist Jesus der Sündenbock, das Lamm Gottes", schrieb Reininger in seinem Begleittext. Eine der wichtigsten Episoden des Evangeliums wurde im zwölften Fenster "Auferstanden" dargestellt. Es richtete den Blick auf das offene und leere Grab, auf die Botschaft von Ostern, vom Sieg des Lebens über den Tod.
Mit dem 13. und letzten Fenster ("Das Ja zur Liebe") richtete sich der Blick noch einmal auf den Anfang des ersten Fensters. "Wer seinem Ja der Liebe glaubt, wird Gottes Kind", schrieb dazu Christoph Zehender und im Begleittext von Reininger wird mit der Osterbotschaft endgültig bestätigt, was eingangs gesagt wurde: "In Jesus Christus spricht Gott sein Ja zur Liebe, sein Ja zum Menschen."
Mit dieser frohen Botschaft kam Jubel im Kirchenraum auf. Die Begeisterung ging in erster Linie vom Dirigenten selbst aus, denn es war nicht nur ein Kraftakt, sondern auch ein Wagnis. Dabei ließ er dem Chor den freien Raum, um sich in der Gesamtheit zu entfalten. Und das taten die Sängerinnen und Sänger mit sichtlicher und hörbarer Freude. Das Wagnis wurde mit großem Applaus belohnt. Es war eine Botschaft an die Kirche von heute, den Blick für Neues und Außergewöhnliches zu öffnen. Dirigent, Chor und Band haben eine Tür in diese Richtung aufgestoßen. Ein wunderbares Erlebnis!
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