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Geschichte der Wylerter Kirche

Kirche WylertWylert_innenKippenheimweiler bestand „vor Zeiten" aus vier Meierhöfen, kann also mit Beginn der Frankenzeit entstanden sein. Es ist möglich, dass er mit dem für die Zeit zwischen 916 und 932 beurkundeten Dörfchen Langisesvilare, das im Zusammenhang mit Kippenheim genannt wird, identisch ist. 1365 wird er erstmals als Kippinhimwil bezeichnet. Wie schon dieser Namen erahnen lässt, ist die Geschichte dieses Ortes seit alter Zeit mit der des Pfarrortes Kippenheim aufs engste verbunden, zu dessen Kirchspielverband er gehörte. Um 1400 liegt der Ort mitten im Riedwald in der Rheinebene und hat nur einen schlauchartigen, waldfreien Zugang nach Kippenheim. Die „Wylerter" (üblicher Sprachgebrauch für die Einwohner von Kippenheimweiler) erbauten sich schon bald ein eigenes Kirchlein, die Kapelle St. Blasii, dessen Verfall 1661 beurkundet ist. Die Kapelle, vermutlich die Vorläuferin der heutigen kath. Kapelle St. Blasius auf dem Dorfplatz bei der Linde, welche bereits 1690 wieder erbaut wurde, wurde wohl vom Geistlichen aus Kippenheim mitversorgt. In der Reformationszeit wurde Kippenheimweiler ganz evangelisch. 1629 kam es ebenso wie in Kippenheim, an das katholische Haus Baden-Baden. Doch auch in der Gegenreformation hat Kippenheimweiler seinen evangelischen Charakter im wesentlichen erhalten können. Durch den 30-jährigen Krieg schmolz die ganze Gemeinde auf acht Bürger zusammen, und dem Schultheiß von Kippenheim wurde die Aufsicht über die Gemeinde Weyler (sprich Wylert = Kippenheimweiler) übertragen. Von daher rührt die Abhängigkeit Kippenheimweilers von Kippenheim in kommunalpolitischer Hinsicht. Es ist nicht verwunderlich, dass Kippenheimweiler seither dauernd bestrebt war - wie früher -eine selbstverwaltete, von Kippenheim unabhängige Gemeinde zu werden, was jedoch erst 1805 verwirklicht wurde. Bald nach 1771 erhielt die Gemeinde, deren Kinder bis dahin nach Kippenheim zur Schule gehen mussten, eine eigene Schule mit einem evangelischen und einem katholischen Lehrer. Die seit 1805 nun selbständige politische Gemeinde legte 1844 einen eigenen Friedhof an.
Am 19. Mai 1901 erfolgte die Grundsteinlegung und am 14. September 1902 die Einweihung der neu errichteten Evangelischen Kirche zu Kippenheimweiler, nach dem bereits am 19. April 1902 Kippenheimweiler zur eigenständigen evangelischen Kirchengemeinde erhoben wurde. Bereits 1903 wurde auf vielfältigen Wunsch ein eigener Evangelischer Kirchenchor gegründet, der in eigener Regie über Beiträge und Spenden die Finanzierung des Chores sicherstellte. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Kriegsschäden an und in der Kirche nach und nach behoben. Im Jahre 1950 wurden erstmals die Konfirmanden von Wylert in der eigenen Kirche zu Kippenheimweiler eingesegnet. Wieder ein kleiner Mosaikstein zur weiteren Eigenständigkeit der Wylerter. Die Außen- und Innenrenovation der Kirche nach dem Krieg wurde 1958 mit einem Festgottesdienst abgeschlossen. Auch die 1980er-Jahre waren geprägt durch die umfassende Renovierung der Erlöserkirche. Bei der Innenrenovation wurde größtes Augenmerk auf die naturgetreue Wiederherstellung des Holzwerkes der Kirche geachtet. Die alten Farbanstriche wurden entfernt bzw. im Holzton überstrichen, so dass die Kirche wieder in ihrer ursprünglichen Art der Bauarchitektur hergerichtet werden konnte. Ein neuer Sakristeianbau fügt sich seither harmonisch an die Kirche an, und gibt Platz für Sitzungen oder gottesdienstbegleitenden Kindergottesdienst. Am 19. Dezember 1982 feierte man in einem Gottesdienst die Fertigstellung der Innenrenovation. Auf Initiative des Ältestenkreises wurde 1984 ein Taufstein beschafft, der ganz aus Holz, der Kanzelstruktur entsprechend, sich harmonisch eingegliedert und ein Schmuckstück im Altarraum darstellt. Die in die Jahre gekommene Orgel musste 1992/93 von Grund auf renoviert werden; ja man kann sagen, dass die Firma Vier aus Oberweier ein komplett neues Instrument erstellte, den Spieltisch wieder an seinen angestammten Platz und die Orgel erhöht versetzte, damit die Orgel den Kirchenraum klanglich besser ausfüllt. (aus: Der Evangelische Kirchenbezirk Lahr 2006)